Meine Damen und Herren, der noo, der wird langsam alt. Beziehungsweise älter, und bevor wieder der globale Aufschrei der Mittdreissiger losgeht “Ha, du doch nicht alt!”, muss ich doch relativieren, dass alle, die denken mich zu kennen, wissen sollten, dass ich doch in Wirklichkeit 99 Jahre alt bin. So langweilig & öde bin ich, nämlich.
So traf sich das langweilige, amouröse Pärchen der WG Fallendbrunnen zum munteren Filetkochen! Dies im Zug eines Versuchs, unsere eher planlosen Sonntage mit wohltuenden Tätigkeiten zu verknüpfen, da man unter der Woche sowieso nur raschrasch mässige Kantinenmenüs runterschlingt. Da dieser Sonntag der erste mit grandiosen Kochplänen war, haben wir ihn mit sensationellem Fleisch mit passender, ebenfalls sensationeller Sauce zu sensationellen, von Kinderhänden geschnittenen Pappardelle ausgefüllt.
Die Reaktionen waren entsprechend:
Nun ist aber der besagte Filetsonntag hinter uns, der Geldbeutel erträgt nicht jede Woche ein 600 Gramm schweres Stück teuren Filets, und uns gehen, als Langweiler, offensichtlich die Ideen aus.
Dieser unterschwellige, subtile Vorschlag für das nächste Sonntagskochen, einer überaus humanen Roulade, hat jedoch mein Interesse geweckt. Dass Kannibalismus nun plötzlich wieder trendig sein soll ist mir neu. Dass Trendigkeit im Dorf, welches sich Stadt nennt, stärker als die schweizerischen Gesetzesbücher ist, das war uns bereits bekannt. Dass ein Trend aber so rasch unter die Leute kommt, dass Menütipps der anderen Art bereits vor der Kantine veröffentlicht werden, das ist mir in meinen 99 Jahren noch nie untergekommen. Normalerweise hält man trendige Trends doch vor den öden Langweilern geheim?

Ich frag mich nun, ob Pumps denn wirklich durch kurzes Braten à la Minute, wie auch die Filetmedaillons, ihre zarte Textur behalten. Sehr löblich finde ich ausserdem die Bedienungs- und Hygienetipps der Menschenrouladen-Hülle, auch “Decke” genannt.
In dem Sinne:

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